Gastwirt & Zwillingsvater mit drei Kindern: Carsten Schill


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Du führst Schills Schenke als beknadeter Koch nun seit 18 Jahren. War es dein Traumjob?

Ich würde sagen: ja. Es ist schwierig geworden und es hängt viel dran. Zeitlich und arbeitstechnisch. Aber ansonsten kann man sich in diesem Beruf sehr gut ausleben.

Wolltest du nie etwas anderes werden?

Als Kind hatte ich sicher andere Vorstellungen. Aber als ich mit 17 die Lehre begonnen habe, war es seither mein Wunsch. Ich war nie der Typ der zum Beispiel Autoschlosser werden wollte. Aber vielleicht war es von zu Hause auch einfach vorgegeben.

Was sind deine Pläne für die nächsten 2 bis 3 Jahre?

Wir wollen stetig am Ball bleiben. Wir werden in Kürze Saal und Gastraum renovieren. Wenn du vorne fertig bist, fängst du hinten wieder an. Wir gehen reihum und renovieren Raum für Raum. Die Ausstattung muss passen. Wichtig ist, dass der Gast sich wohl fühlt.

Du hast fünf Herzenswünsche frei. Was wünscht du dir, vielleicht auch ändern zu können. In der Welt, in Deutschland, in unserer Region, in Weberstedt, in deiner Familie?

Als aller erstes wünsche ich mir und meiner Familie Gesundheit, für Weberstedt wünsche ich mir endlich schnelles Internet. (lacht)
Gut, wenn man den Terror in der Welt sieht.. Ich weiß nicht wie man das bekämpfen soll oder überhaupt kann. Ich finde es einfach ganz schlimm.

Mit wem würdest Du gern mal ein Menü kochen?

Vielleicht mit Herrn Schubeck. Das wäre ganz interessant mal mit so einem Star-Koch zusammen zu arbeiten. Ich wäre neugierig ob das sehr viel anders abläuft.

Was charakterisiert in Deine Augen einen Genießer?

Ein Genießer… der egal ob Essen, Trinken oder Kleidung, darauf achtet, die Dinge zu würdigen. Also zum Beispiel nicht nur rein schlingt oder weil es teuer ist, muss es gut sein. Es muss gefallen, schmecken. Kann auch etwas ganz einfaches, simples sein. Man sollte es eben schätzen und für sich selber als gut empfinden.

Welche Fehler in der Küche entschuldigst Du am ehesten?

Also ich glaube wir machen jeden Tag Fehler, nicht nur in der Küche. Was ich nicht entschuldigen kann, ist wenn man nur träumt und unaufmerksam ist. Das finde ich nicht gut. Aber Fehler im täglichen Geschäft, das kommt eben vor, weil wir auch streßbedingt manchmal sehr flott unterwegs sein müssen und da passieren eben auch Fehler. Das ist ganz menschlich.

Was isst Du überhaupt nicht?

Wüßte ich aus dem Stehgreif nichts. Ansonsten esse ich eigentlich alles. Was ich nicht so mag, ist Tintenfisch. Probiert haben wir eigentlich schon fast alles. Froschschenkel, Schnecken oder sowas ist nicht unbedingt meins. Steht ja auch nicht auf unserer Karte. (lacht)

Dein Lieblingsgetränk?

Da gibt es mehrere. Ich trinke sehr, sehr viel Wasser. Das ist am gesündesten. Aber auch mal ein Wein, vielleicht einen schönen Bachus. Aber ich trinke auch gern mal ein Bier. Wie sich das für einen Wirt gehört (lacht)

Wie viele Kochbücher hast du?

Viele. Ich stöbere aber auch viel im Internet nach interessanten Rezepten. Oder in Zeitschriften.

Dort wo ich gelernt habe, gab es hauseigene Rezepte. Die haben wir abgeschrieben, daraus eine Mappe gemacht. Die habe ich auch noch. Es sind ja viele Dinge, die über viele Generationen weitergegeben werden. Was eben auch funktioniert. Es gibt ja immer mehrere Wege, die nach Rom führen. Zum Beispiel einen Strudelteig. Wenn du ein Rezept hast, was funktioniert, dann probiere ich auch keinen anderen aus.

Was war Deine schlimmste Küchenpanne?

Das war am 25.12. als unser Herd komplett ausgefallen ist. Schlimmer ging nicht! Wir hatten 150 Anmeldungen und der Herd ging nicht. Wir mußten alternativ auf einem ganz kleinen Gasherd mit zwei Flammen kochen. Haben die Dinge in die Wohnung verteilt. Nebenbei habe ich den Fachmann im Nachbarort so lange terrorisiert bis er gekommen ist. Er hat dann alle sechs Kochplatten ausgetauscht, so dass der Herd nach Stunden zum Glück wieder ging. Das war dann so kurz vor 11 Uhr. Ich war nervlich auf jeden Fall schon fix und fertig. Ich dachte immer nur daran, gleich strömen die Gäste rein und du hast nichts fertig. Aber auch das haben wir überstanden. 🙂

Wie wäre ein Mensch, der das Gegenteil von Dir ist?

Hm. Eine Schlaftablette auf jeden Fall. (lacht) Es ist immer schwierig sich selbst zu beschreiben. Ich bin sicherlich nicht immer ganz genau. Also das Gegenteil wäre ein pingeliger Mensch.

Was hast du von deinen Eltern über das Leben gelernt?

Dadurch das ich gar keine Großeltern hatte, habe ich von meinen Eltern sehr, sehr viel gelernt. Was ich ganz wichtig finde, was ich auch meinen Kindern auf jeden Fall weitergebe, sind Umgangsformen. Da haben meine Eltern wirklich immer drauf bestanden, dass man ordentlich durchs Leben geht, zum Beispiel immer freundlich grüßt. Auch der häusliche Umgang war immer wichtig. Meine Eltern haben fast nie gestritten.

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Du hast eine 8-jährige Tochter und fast 5-jährige Zwillinge. Bei euch ist es sicher immer sehr turbulent. Hast du dir das Familienleben so vorgestellt?

Nein, auf keinen Fall (lacht). Aber man vergisst auch schnell. Ich bin ja selber Zwilling. Da gab es ja auch immer Reibereien. Wie das so ist unter Zwillingen oder Geschwistern. Genau das Gleiche spielt sich jetzt bei uns auch ab. Aber es ist trotzdem alles gut. Mal vertragen sich alle drei und spielen miteinander oder erkunden irgendwas und das andere Mal geht es auch wieder gar nicht. Aber das passt schon. Das ist eben so. Wenn man das nicht wollte, sollte man sich keine Kinder zulegen. Dann wäre es besser, wenn man alleine lebt.

Was hast du gemacht, als du erfahren hast, dass ihr Zwillinge bekommt?

Im ersten Moment war ich geschockt. Dann habe ich mich natürlich gefreut. Nach ein paar Monaten war ich wieder geschockt, weil wir keine gute Nachricht bekommen hatten. Während der Untersuchungen ist festgestellt worden, dass einer von beiden krank sein könnte. Das hatte sehr an den Nerven gezerrt. Wir sind der Diagnose dann soweit nachgegangen, das wir das ausschließen konnten. Und jetzt ist ja alles gut.

Du bist selbst Zwilling. Was rätst du anderen Zwillings-Eltern?

Das wichtigste ist immer, die Ruhe zu bewahren. (lacht) Es hilft nichts, wenn man durchdreht. Ich habe zwar gedacht, das erste Jahr geht nicht vorbei. Aber es spielt sich alles ein. Man wächst mit seinen Aufgaben.

Welche Regeln gibt es bei euch?

Also bei uns muss keiner aufessen oder so. Da bin ich strikt dagegen. Die Kinder sollten immer probieren. Am Tisch sitzenbleiben ist mir wichtig. Obwohl das meinem Sohn sehr schwer fällt.

Du hast zwei Töchter. Werden es deine Schwiegersöhne einmal schwer haben?

Ja auf jeden Fall. (lacht) Das sind meine Prinzessinnen. Da werden sie es nicht leicht haben. Zum Glück ist noch ein bisschen Zeit, aber ich stelle mir das sehr, sehr schwer vor, wenn irgendwann der Freund von Nele oder Greta vor mir steht. Wenn die Freunde nicht den Erwartungen entsprechen, kannst du ja trotzdem nichts dagegen machen. Umso mehr man dagegen ist, um so größer wird ja die Gegenwehr.
Ein Freund hat letztens vom Freund seiner Tochter erzählt. Der ist größer als der Vater selbst. So ein Schranktyp. Da guckste erstmal nicht schlecht, wenn so einer vor dir steht.
Wenn du aber immer nur nein sagst, entgleiten sie dir komplett und sie sind beizeiten verschwunden. Das wollen wir ja auch nicht.

Vielen Dank für das Interview. 🙂

Ramona

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Es ist total aufregend, wenn aus einer zarten Idee eine richtig große Sache entsteht! Ich brenne total für das was ich tue und bin oft richtig aufgeregt vor lauter Ideen! Ich möchte damit Menschen begeistern, das Leben ein bisschen bunter machen, echte Informationen und Mehrwert bieten. Willkommen bei myTrendKids.de
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